So entstand Kallies Kingdom ...
In einem gemütlichen Haus am Rande einer kleinen Stadt lebte ein schwarz-getigerter Kater namens Kallie. Zumindest glaubte der Mensch, er würde dort leben. Kallie selbst war anderer Meinung.
„Ich lebe nicht in einem Haus“, erklärte er jeden Morgen feierlich. „Ich residiere in meinem Palast.“
Der Palast bestand aus einem Wohnzimmer, einer Küche, einem Schlafzimmer und einem Garten. Doch in Kallies Augen waren dies der Thronsaal, die königliche Speisekammer, die Gemächer Seiner Majestät und die königlichen Jagdgründe.
Das Problem war nur, dass ein König auch königlich leben musste. Goldene Kissen, feinster Lachs, luxuriöse Kratzbäume und regelmäßige Nickerchen auf beheizten Fensterbänken kosteten schließlich Geld.
Eines Tages lag Kallie auf seinem Lieblingssessel und grübelte.
„Ein König braucht Einnahmen“, murmelte er.
Er trommelte mit der Pfote auf die Armlehne und rief seine Angestellte Sina herbei.
„Meine treue Untertanin“, begann Kallie.
„Ich bin eigentlich dein Frauchen“, bemerkte Sina.
„Details“, sagte Kallie. „Jedenfalls habe ich einen Plan, um den königlichen Haushalt zu finanzieren.“
Die Untertanin hörte aufmerksam zu.
„Sina“, sagte Kallie, „du wirst Schmuck herstellen!“
„Schmuck?“
„Ja! Kostbare Armbänder, glänzende Anhänger und funkelnde Katzenkronen. Die Menschen lieben solche Dinge.“

Sina musste zugeben, dass die Idee gar nicht schlecht war. Sie war äußerst geschickt mit ihren Händen. Gemeinsam besorgten sie Perlen in sämtlichen Farben und Größen, gold- und silberfarbene Anhänger und hübsche Motivperlen.
Tagelang arbeitete Sina in ihrer kleinen Werkstatt, die Kallie in seinem Palast eigens für sie hat einrichten lassen. Bald entstanden wunderschöne Schmuckstücke.
Als Kallie die erste Kollektion sah, war er begeistert.
„Ausgezeichnet! Dieses Armband strahlt königliche Eleganz aus. Und diese Kette? Großartig!“
Nun mussten die Schmuckstücke verkauft werden. Kallie schickte Sina auf diverse Flohmärkte in der Nähe. Schon nach wenigen Wochen klingelte die königliche Kasse.
Kallie war außer sich vor Freude.
„Der Wohlstand meines Königreiches wächst! Kallies Kingdom wird bald meines Standes würdig sein.“
Mit den Einnahmen ließ er neue Kissen, besondere Leckerlis und einen gigantischen Kratzbaum mit fünf Plattformen kaufen. Auch weitere Perlen wurden gekauft, um noch mehr Armbänder und Ketten herzustellen.
Die Tage vergingen und während der König auf seinem neuen Thron aus weichen Decken saß, arbeitete Sina fleißig weiter.
„King Kallie“, sagte Sina eines Abends, „wir müssen einen weiteren Vertriebsweg aufbauen, um das Königreich langfristig erfolgreich zu machen. Ich werde einen Online-Shop erstellen!“
Kallie blickte auf. „Eine gute Idee, mach das!“
Gesagt - getan.
So entstand Kallies Kingdom und es soll noch weiter wachsen.
King Kallie liegt derweil meistens auf seinem Thron, schnurrt zufrieden und lässt sich einen königlichen Nachmittagsschlaf nicht entgehen. Schließlich muss der König seine Kräfte schonen, um Kallies Kingdom auch zukünftig erfolgreich regieren zu können.

